1950 – 1970

Und dann, nach all der schweren Zeit, konnte die Wehr am 17. September 1950 ihr 25jähriges Stiftungsfest feiern. Dreizehn auswärtige Wehren nahmen daran teil. Durch den festlich geschmückten Ort wurde ein Umzug veranstaltet. Neunzehn Kameraden erhielten aus der Hand des Bürgermeisters Lüdemann eine Ehrenurkunde für 25jährigen aktiven Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr Tangstedt.

Am 6. Mai 1951 löste unser Kamerad Hinrich Sellhorn den bisherigen Schriftführer Kamerad Hermann Krohn ab. Vom I. Dezember 1951 bis zu seinem Tode am 9. März 1961 führte Brandmeister Willy Brandt die Wehr.
Das landwirtschaftliche Gewese von Franz Struckmeyer brannte am I. August 1952 bis auf die Grundmauern ab. Im Laufe der Zeit erfolgten weitere kleine bis mittlere Einsätze der Wehr.
Im Jahre 1960 wird auf der Haupt- und Schlußübung zum ersten Male offiziell die Anschaffung eines Löschfahrzeuges angesprochen.
Am 7. Mai 1961 brannte das Altenteilerhaus von Günter Werner ab. Die Bewohner konnten nur das nackte Leben retten. Ab 1961 bis Ende 1966 führt Brandmeister Günther Werner die Tangstedter Wehr an.
Die Bemühungen um die Anschaffung eines  Löschfahrzeuges waren am 5. Oktober 1962 mit der Übergabe eines “Ford Transit” TSF 8 von Erfolg gekrönt. Auch der Kreisbrandmeister Th. Rathje war bei der Übergabe zugegen und gab und mit auf den Weg, daß wir nun (für jene Zeit) technisch ausgerüstet waren, “aber der Geist und die Kameradschaft, die in der Wehr herrschen, können durch keine Maschine ersetzt werden.”
Am 5. Oktober 1962 kam es, ausgelöst durch den anwesenden Kreisbrandmeister Th. Rathje, zu Unstimmigkeiten in der Freiwilligen Feuerwehr Tangstedt, die solche Ausmaße annahmen, daß die örtliche und sogar die überregionale Presse in der Folgezeit von “Einmalikeiten in Schleswig-Holstein” schrieben. Anlaß zu diesem Streit hab Wehrführer Günther Werner, besser gesagt, das vorzeitige Tragen von Rangabzeichen eines höheren Dienstgrades. Außerdem gab es Differenzen mit der Entscheidungsfreiheit des Wehrführers. Dramatischer Höhepunkt der Streitigkeiten zwischen Feuerwehr und Bürgermeister war die beschlossene Auflösung der Wehr. Bei der satzungsgemäßen Wiederholung der Abstimmung einen Monat später hatten sich die Gemüter wieder beruhigt. Das “Pinneberger Tageblatt” meldet am 18.12.1962: “Kriegsbeil in Tangstedt begraben – Streit zwischen Bürgermeister und Freiw. Feuerwehr gestern abend endgültig beigelegt. Der Frieden wurde traditionsgemäß bei Bier, Korn und Grog besiegelt.”
Unsere Einsatzfähigkeit wurde erneut am 6. August 1963 auf die  Probe gestellt, als beim Kameraden Ernst Warncke Heu durch Selbstentzündung brannte. Durch unser schnelles Eingreifen konnte größerer Schaden vermieden werden. Es entstand nur Seng- und Wasserschaden, etliche Fuder Heu waren wertlos geworden. Am 24. Oktober 1963 wurde der gleiche Fall bei Frau Marianne Timm durchexerziert. Auch hier wurde größerer Schaden verhindert.
Weil nun unsere alten Dienströcke durch die Einsätze sehr gelitten hatten, nahmen wir sehr erfreut am 25. Oktober 1963 neue Dienströcke in Empfang, die durch Gemeindemittel angeschafft werden konnten.
Am 15.September 1964 mußten wir zu einem Großfeuer in der Tischlerei und Zimmerei von Wilhelm Kröger ausrücken. Wegen des großen Umfanges des Brandes forderten wir die Wehren von Rellingen und Pinneberg an. Nach gut 2 Stunden Einsatz war das Feuer unter Kontrolle und mit Stolz konnten wir feststellen, daß sowohl das Wohngebäude als auch der große Lagerschuppen durch das gute Zusammenarbeiten aller  beteiligten Wehren gerettet werden konnten. Dabei wurde festgestellt, daß uns noch einige Ausrüstungsgegenstände fehlen. Diese Teile wurden bei der Gemeinde beantragt und nach kurzer Zeit auch ausgeliefert.
Für die Allgemeinheit spendete die Wehr am 22 Oktober 1964 für das “Deutsche Rote Kreuz” Blut.
Aus Anlass unseres 40jährigen Bestehens wurde der Kreisfeuerwehrtag 1965 bei uns durchgeführt.
Nachdem im Mai 1966 ein Kleinkraftwagen in Tangstedt ein Raub der Flammen wurde, wobei der Besitzer nur sich selbst und das Leben seiner Tochter retten konnte, entstand am 18 November 1966 ein gefährlicher Bodenbrand bei Hans-Günther Sellhorn, Pinneberger Weg. Vermutete Ursache war ein Kurzschluss.
Sicherlich eines der unerwarteten Ergebnisse des Jahres 1966 bahnte sich am 5 Dezember auf einer Mitgliederversammlung an. “Wie man hört… hat der Tangstedter Wehrführer Günter Werner (40) auf einer Mitgliederversammlung sein Amt … niedergelegt.” (Aus: Pinneberger Tageblatt vom 10.12.1966). Doch schon am 27. Januar 1967 hatte Tangstedt dann einen neuen Gemeindewehrführer. Der Ob. Löschmeister Gerd Koltzk wurde mit Mehrheit der Kameraden in dieses Verantwortungsvolles Amt gewählt.
Im Jahre 1967 gab es mehrere Einsätze infolge Sturmschaden sowie zwei Schadenfeuer, die jedoch beide keine größeren Sachwerte vernichteten.
Das änderte sich allerdings im Jahre 1968. Die Chronik der Tangstedter Wehr hat in diesem Jahr gleich zwei verheerende Großbrände zu verzeichnen. Am 22. April rissen die Sirenen nachts gegen 1.45 Uhr die Dorfbevölkerung aus dem  Schlaf. Die reetgedeckte Scheune von Sellhorn, Dorfstr. 83, wurde ein Raub der Flammen. Sämtliche in der Scheune lagernden Stroh- und Heuvorräte wurden vernichtet. Ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Häuser konnte  durch den schnellen und konzentrierten Einsatz unserer Wehr, die aktiv durch die Kameraden aus Rellingen unterstütz wurde, verhindert werden. Dennoch betrug der Gesamtschaden fast 100.000,- DM
Damit nicht genug. Fast auf den Tag genau vier Monate später, am 31. August morgens kurz vor sieben Uhr schlug ein Blitz beim Bauern Ernst Krohn, Dorfstr., ein. Fast die gesamten Erntevorräte wurden vernichtet. Fünf Personen wurden obdachlos. Bis gegen 19 Uhr war die Feuerwehr aus Tangstedt mit zeitweiliger Unterstützung von Rellingen mit der Brandbekämpfung und dem Schutz der Nachbarhäuser beschäftigt. Von 19 Uhr bis zum nächsten Morgen gegen 10 Uhr loderten immer wieder Flammen auf, die von der Brandwache unter Kontrolle gehalten wurden. Am Sonntag, dem 1. September wurde dann nochmals die gesamte Wehr zusammengerufen, um die Brandstelle aufzuräumen, und gegen 15.30 Uhr konnten die erschöpften Helfer abrücken.
Das Jahr 1969 verlief verhältnismäßig ruhig. Neben dem ständigen Übungs- und Dienstbetrieb waren “nur” zwei Knickbrände bei der Baumschule Fliegel, Pinneberger Weg, zu bekämpfen. Im Dezember mußte ein Schwelbrand in einem Schuppen auf dem Heidehof bekämpft werden.
1969 knüpften wir zusammen mit der F.F. Kummerfeld Kontakt zu der Freiwilligen Feuerwehr Schulenberg im Oberharz. Bei regelmäßigen stattfindenden Treffen und Wettkämpfen wurde die Freundschaft vertieft. Leider schliefen die Kontakte Anfang der 90er Jahre dann ein.

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