Großbrand am 9. September 1997

Einer der größten Einsätze unserer Wehr in der jüngsten Zeit ereignete sich am 9.September 1997 auf dem Hof von Herbert Lüdemann in der Großen Twiete.
Gegen 0.25 Uhr bemerkten Anwohner und der Eigentümer Feuer in dem ca.1850 erbauten landwirtschaftlichen Gebäude. Vermutlich von dem unterm Wagenschirm abgestellten Heuwagen breiteten sich die Flammen schlagartig auf den Heuboden aus. Glücklicherweise war Herbert Lüdemann erst wenige Monate zuvor in sein neu errichtetes Altenteilerhaus umgezogen, so dass sich keine Personen in dem Gebäude befanden. Da auf dem Hof nur noch Landwirtschaft im Nebenerwerb betrieben wurde, befanden sich auch keine Tiere oder nennenswerte Erntevorräte in den Stallungen.
Um 0.29 Uhr erreichten die ersten Notrufe die Rettungleitstelle in Pinneberg. Einige der aufgeregten Anrufer brachten aber nicht mehr als: “Bei Herbert brennt’s!” heraus, und legten dann den Hörer wieder auf. Über Meldeempfänger und Sirene wurde um 0.30 Uhr Vollalarm für unsere Wehr ausgelöst. Wegen des bei der Rettungsleitstelle hinterlegten Alarmplans für Großbrände wurden gleichzeitg die Freiwilligen Feuerwehren Borstel-Hohenraden und Pinneberg mitalarmiert.
Kameraden, die aus dem Bereich der Großen Twiete zum Feuerwehrgerätehaus eilten, berichteten, dass zu diesem Zeitpunkt bereits die Flammen aus dem Dach in den  Himmel schlugen. Herbert Lüdemann war es mit letzter Mühe gelungen einen in der Garage geparkten VW Käfer ins Freie zu fahren. Dann war die Hitze zu groß.
Bereits um 0.32 Uhr donnerten das TLF16 und das TSF mit Martinshorn und Blaulicht aus dem Gerätehaus den Brummerckerweg hinab und erreichten keine zwie Minuten später die Einsatzstelle. Hier schlug den ersten Kameraden eine enorme Hitzewelle entgegen, so dass das TLF16 ein wenig zurückgesetzt werden musste. Wie der Zufall es wollte, befand sich unser LF8 an diesem Tage zu Karosseriearbeiten in der Werkstatt. Sofort erkannte die Einsatzleitung, dass es für das alte Gebäude keine Rettung mehr gab. Mit dem Schnellangriffsrohr wurde unverzüglich begonnen, das nur 6m enfernte, gerade fertiggestellte Altenteilerhaus zu schützen. Auch der weitere Aufbau des Löschangriffs beschränkte sich zunächst einzig auf den Schutz des Hauses. Die äußere Scheibe des mehrfach verglasten Gieblefensters war bereits zerborsten. Der Dachunterschlag begann unter der Hitze bedrohlich zu qualmen.
Um 0.42 Uhr trafen fast zeitgleich die Feuerwehren aus Borstel-Hohenraden mit LF16, LF8, MTW und 30 Mann, sowie Pinneberg mit LF16, Drehleiter, ELW, MTW und 30 Mann an der Einsatzstelle ein. Durch eine starke Wasserwand gelang es, die Giebelseite des Altenteilerhauses zu kühlen, sonst wäre das Feuer wohl übergesprungen. Außerdem standen jetzt drei Rettungswagen mit 6 Mann Besatzung in Bereitschaft. Noch immer tobte das Feuer in dem Gebäude. Es fand reichlich Nahrung in den dort abgestellten alten landwitschaftlichen Geräten, Treckern und Ersatzteilen. Außerdem befanden sich noch geringe Mengen Heu und Stroh auf dem Dachboden. Im Gebäudeinneren gab es mehrere Detonationen. Das machte die Arbeit der Feuerwehrmänner extrem gefährlich. Das Hydrantenschild auf der gegenüberliegenden Straßenseite hatte sich verformt. Die Bewohner der Nachbarhäuser versuchten verzweifelt mit Gartenschläuchen ihre mit Holz verkleideten Giebel zu kühlen. Der Dampf stieg aus den Bretterm auf.
Um mit einem massiven Löschangriff das Feuer in den Griff zu bekommen, wurden um 0.57 Uhr die Freiwillige Feuerwehr Rellingen alarmiert. Diese traf dann um 1.08 Uhr  mit TLF16, LF16/24, RW, ELW, LF8 und 45 Einsatzkräften am Brandherd ein. Mit großen Mengen Wasser wurden nun die Flammen langsam erstickt.
Die Wehrführung meldete um 2.10 Uhr auf der Rettungsleitstelle, dass das Feuer bis auf wenige Brandnester gelöscht werden konnte. Bald rückten dann auch die Nachbarwehren ab. Die Nachlöscharbeiten wurden vom Radlader des THW unterstützt und dauerten bis 13.13 Uhr an. Nun wurde auch deutlich, dass es für die Hunde “Fiete und Schappi” keine Rettung gab. Die 41 Tangstedter Feuerwehrmänner konnten trotz der massiven Unterstützung von über 100 Kameraden nicht verhindern, dass das alte Gebäude, die darin untergebrachten Oldtimertrecker und die für den Besitzer wertvollen Gegenstände völlig zerstört wurden. Aber durch die reibungslose Zusammenarbeit aller Kräfte konnte ein übergreifen der Flammen auf den Neubau, und somit Schlimmeres verhindert werden. Die Brandursache blieb ungeklärt.

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